Förderkonzept

Die Förderung aller Kinder ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Daher hat sich unser Kollegium in den letzten Jahren in Konferenzen im Bereich der Förderung fortgebildet und hierzu teilweise Beratungsexperten hinzugezogen.

Diagnostik

Um unsere Kinder angemessen zu fördern, ist es uns wichtig, regelmäßig die Lernausgangslage festzustellen. Fördern beginnt mit Diagnostik.

Hierfür werden unter anderen folgende Diagnoseinstrumente eingesetzt:

  • Vor der Einschulung mit allen Kann-Kindern:
    • Eigenständig entwickelter Schuleingangstest, mit dem beispielsweise Ziffern-,
      Mengen-, Buchstaben- und Kenntnisse zur Lautdifferenzierung beobachtet
      werden

  • Anfangsunterricht:

    • Bild-Wort-Test (Sommer-Stumpenhorst) vor allen Ferien im ersten Schuljahr
    • GI-Test zur Überprüfung der Mathekenntnisse vor den Herbstferien oder Zahlix
    • Eingangstest von Schroedel
  • Regelmäßige Diagnose im 2., 3. und 4. Schuljahr

    • Diagnosediktate (Sommer-Stumpenhorst) vor allen Ferien
    • HRT zur Überprüfung von Rechenfertigkeiten
    • Elfetest und eigene Lesetests zur Überprüfung des Leseverständnisses
    • Stolperwörter-Lesetest zur Überprüfung des Lesetempos und der Lesegenauigkeit
  • Lernzielkontrollen

    • in Mathematik und Deutsch werden zu den Inhalten ab Klasse 2 (teilweise
    • hingeführt in Klasse 1) Lernzielkontrollen geschrieben.
    • Die Lernzielkontrollen überprüfen anforderungsbezogen die Kompetenzen in
      allen drei Anforderungsniveaus.
      Die Ergebnisse geben uns gezielt Hinweise auf Förderbedarfe.

Für die standardisierten Verfahren haben sich Kollegen spezialisiert, die als Ansprechpartner die Kollegen bei Durchführung und Auswertung unterstützen (s. Geschäftsverteilungsplan).

Unser wichtigstes Instrument ist aber die kontinuierliche Beobachtung während des Unterrichts, Absprachen zu Kindern in Teams, und die Erstellung von Portfolios.

All dies wird auch eingesetzt, um das Lern- und Arbeitsverhalten zu diagnostizieren:

Regelmäßig schätzen sowohl Schüler als auch Lehrer das Arbeits- und Sozialverhalten ein und geben dies als Rückmeldung an die Eltern:

Jedes Kind hat ein Recht auf Fördermaßnahmen.

Förderkonferenzen im Team

Damit alle an der Förderung Beteiligten die Möglichkeit zum Austausch und für Absprachen haben und unterschiedliche Beobachtungsperspektiven zur Ursachen­klärung bei Lernschwächen nutzen können, sieht der Stundenplan vor, dass montags der Unterricht für alle um 11:30 Uhr endet. Dadurch können alle Lehrkräfte in den wöchentlichen Teamsitzungen, Dienstbesprechung oder regelmäßigen Konferenzen zusammen kommen und sich austauschen.

Fächerbezogene Fördermaßnahmen während des Klassenunterrichts

Alle Kinder erhalten durch die Arbeit im offenen Unterricht die Möglichkeit, entsprechend ihrer Lernausgangslage und ihrer Lernentwicklung individuell zu arbeiten. Die Materialvielfalt (in vielen Fällen Montessorimaterial) in den Klassen ermöglicht den Kindern die Lerninhalte des jeweiligen Jahrgangs zu erarbeiten und zu vertiefen, noch nicht erreichte Lerninhalte nachzuholen sowie weitergehende Kompetenzen zu erlangen. Die Kinder erhalten vielfach die Möglichkeit, den Unterricht durch eigene Beiträge und Interessen mit zu gestalten.

Die Jahrgangsmischung bietet viele Chancen der Förderung. Erstklässler haben ältere Paten, die ihnen individuell helfen können. Die Älteren können dabei ihre sozialen und verbalen Kompetenzen erweitern und sich Sachverhalte aus einem anderen Blickwinkel neu erschließen und vertiefen. Kinder des älteren Jahrgangs können in Teilbereichen Inhalte, die noch nicht durchdrungen wurden mit den Jüngeren zusammen wiederholen. Ebenso haben Kinder des jüngeren Jahrgangs die Möglichkeit in einzelnen Fächern oder Bereichen mit den Älteren gemeinsam zu arbeiten.

Zur Sicherung und Überprüfung der Lernziele entwickeln wir zu den Unterrichtsinhalten Checklisten zur Selbsteinschätzung für die Kinder. Die Kinder enthalten dazu passende Übungshinweise. Daran anschließend erfolgt (in Deutsch und Mathematik) eine Leistungsfeststellung durch Lernzielkontrollen. Diese bieten den Kindern die Möglichkeit, Leistungen auf verschiedenen Kompetenzniveaus zu erbringen.

Die Kriterien zur Bewertung von Schülerleistungen werden mit den Kindern gemeinsam erarbeitet und spiegeln sich auch in den Checklisten wieder.

Die Kinder sind es auch gewohnt sich gegenseitig kriteriengeleitet Feedback zu geben, beispielsweise nach Referaten oder in Schreibkonferenzen.

Die Informationen aus den Selbsteinschätzungen der Kinder, unseren Beobachtungen und Lernzielkontrollen geben uns zusätzlich wichtige Hinweise für die Aktualisierung der Förderplanung.

Die Klassen- und Fachlehrerinnen müssen für Kinder, bei denen Schwächen auffallen, Förderpläne nach folgendem Muster erstellen:

Maßnahmenkatalog zum Förderschwerpunkt „________________“

Lernziel

Diagnose

Maßnahmen










Zeitraum der Förderung bis zur nächsten Diagnose: _________________________

Darin enthalten sollten konkrete Hinweise für die Arbeit stehen, ebenfalls wer für welchen Teil der Förderung zuständig ist (Lehrerin in der Klasse, Förderlehrerin, Eltern...)

Diese Förderpläne werden in einem Aktenschrank im Lehrerzimmer aufbewahrt, damit sie jederzeit sowohl von der Klassenlehrerin als auch von den Förderlehrerinnen aktualisiert und fortgeschrieben werden können. Dazu sind die Pläne jeder Jahrgangsstufe in einer Schublade und innerhalb dieser Schublade in Heftern nach Förderschwerpunkten sortiert.

Verhaltensbezogene Fördermaßnahmen während des Unterrichts

Neben den grundlegenden fachbezogenen und motorischen Kompetenzen wird bei Bedarf auch der emotionale und soziale Bereich gefördert. Dazu wird einerseits der Trainingsraum angeboten (vgl. Konzept Trainingsraum) und auch andere Aspekte des Classroommanagements (vgl Konzept Classroommanagement). Andererseits wird positives Verhalten durch modifizierte Verstärkerpläne unterstützt (vgl. Konzept GU).

Ganzheitliche Förderung

Wegen der ganzheitlichen Sicht der Kinder beschränkt sich die Förderung der Kinder nicht auf deren fachlichen Kompetenzen. Beobachtet und gefördert werden auch das Verhalten (s.o.), die motorischen Fähigkeiten in Feinmotorik, im Sportförderunterricht oder einem Psychomotorikkurs und die kulturelle Bildung u.a. durch den Besuch außerschulischer Lernorte. Damit Kinder lernen, Konflikte selbst zu lösen, bilden wir in jedem zweiten Schulhalbjahr Drittklässler zu Streitschlichtern aus, die dann in ihrem vierten Schuljahr allen Schülern in Konfliktfällen als Mediatoren zur Verfügung stehen.

Kooperation mit Eltern

Besonders effektiv ist Förderung, wenn die Eltern rechtzeitig informiert sind und die schulische Arbeit unterstützen. Daher informieren wir die Eltern über die Ergebnisse unserer Diagnostik und beteiligen sie, wenn es sinnvoll und leistbar ist, an den Maßnahmen. So beispielsweise durch tägliches Training von Einmaleinsaufgaben, durch positive Unterstützung verhaltensbezogener Maßnahmen oder durch Inanspruchnahme professioneller außerschulischer Hilfe, z.B. bei nachgewiesener LRS.

Für uns ist die zeitnahe individuelle Beratung der Eltern und Kinder selbstverständlich.

Unsere pädagogische Arbeit wird der Schulkonferenz vorgestellt, die Konzepte werden dort verabschiedet.

Fördermaßnahmen in Lernstudios oder Förderkursen für Lernschwächere

In der Engelsbachschule bieten wir neben dem integrierten Förderunterricht in den Klassen je nach Bedarf verschiedene Förderkurse an. Dieser Bedarf wird ermittelt, indem jede Kollegin zu den Zeugniskonferenzen den Bedarf für Fördermaßnahmen ihrer lernschwächeren Schüler auf dem unteren Formblatt dokumentiert. Kinder, die die Anforderungen erfüllen, haben in der Regel keinen Bedarf. Sollte die Teilnahme aus bestimmten Gründen dennoch wünschenswert sein, sollte dies auf dem Bogen vermerkt werden. Diese Kinder können nur dann aufgenommen werden, wenn in den Kursen noch Kapazitäten frei sind. Die Gruppenstärke sollte 5 – 10 Kinder betragen.

Bedarf für Fördermaßnahmen:

Begründung:

 
  1. Entwicklungsstand: Was muss das Kind noch erreichen oder lernen, um die Anforderungen des Jahrgangs zu erfüllen:



 
  1. Maßnahmen, die durch die Klassenlehrerin im Rahmen der inneren Differenzierung durchführt werden , um die Ziele für das Kind zu erreichen



 
  1. Maßnahmen, die im Rahmen des klasseninternen/bzw. mit der Parallelklasse organisierten Förderunterrichtes durchgeführt werden



 
  1. Zielvorstellung für das spezielle Förderangebot/Förderunterricht


 

Aus der Bedarfsabfrage ergaben sich in der Regel folgende Förderangebote:

Lernstudio Schuleingangsphase

Besonders in der Schuleingangsphase bemühen wir uns, den Kindern einen guten Start zu geben sowie die Ziele der Schuleingangsphase als Grundlage für weiteres Lernen zu erreichen. Daher setzen wir hier verstärkt Lernstudios ein, das bedeutet:

Kinder werden in Lernbereichen individuell gefördert, die noch nicht gefestigt sind. Je nach Förderplan üben sie gezielt an ihren Trainingsaufgaben. Oder sie erhalten die Möglichkeit Aufgaben nachzuarbeiten, die aufgrund ihres geringen Lern­tempos im Unterrichtsalltag nicht erledigt werden konnten.

Phono 1

Kinder werden in ihrer auditiven Wahrnehmung gefördert (z.B. durch den Hörgang durch Hörhausen, Reim-, Klatsch- und Silbenspiele).

Phono 2

Kinder werden in der Laut-Buchstabenzuordnung, beim Silbenlesen und Hörverstehen gefördert.

Allgemeine Sprachförderung Jgst. 1/2 bzw. 3/4

Sowohl der passive und aktive Wortschatz als auch die basalen grammatikalischen Grund­kenntnisse der Kinder werden erweitert.

Rechtschreiben

Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten im LB-, LD- und LV-Bereich erhalten besondere Unterstützung gemäß unserem Rechtschreibkonzept.

Feinmotorik

Bei den Kindern werden fein- und grafomotorische Kompetenzen bis hin zur Automati-sierung der Bewegungs- und Handlungsabläufe unterstützt.

Leseclub

Die Kinder wenden unterschiedliche Lesestrategien an einfachen Beispielen an. Sie üben den Umgang mit Texten und Büchern und lesen in freien Lesezeiten.

Schönschreiben

Es wird den Kindern die Gelegenheit gegeben, ihr Schriftbild zu verbessern, sodass sie formklarer und flüssiger schreiben.

Spaß in Mathe Jgst. 2, 3 bzw. 4

Die Kinder werden darin unterstützt, ein positives Selbstkonzept im Fach Mathematik aufzubauen. Gefördert werden insbesondere das Operationsverständnis im Teilbereich Arithmetik und die Stabilisierung mathematischer Fertigkeiten.

Mathe Intensiv 2 bzw. 3

Kinder mit basalen mathematischen Problemen erarbeiten sich hier individuell mathe­matische Grundlagen.

Die Förderkurse finden in den Klassenräumen statt. Daher können die Kinder mit den Materialien arbeiten, die ihnen aus dem Klassenunterricht vertraut sind.

Förderangebote für interessierte Kinder und Kinder mit besonderen Begabungen

Neben diesen Angeboten gibt es aber auch Kurse für interessierte Kinder und Kinder mit besonderen Begabungen:

Mathe Plus

Mathematisch begabte Kinder haben hier die Möglichkeit zu anspruchsvollen, kom­plexen Sachverhalten eigene Lösungswege zu finden, sie darzustellen ihre Erkennt­nisse mathematisch zu begründen.

Schreibwerkstatt

In der Schreibwerkstatt erhalten schreibmotivierte Kinder sowie Kinder mit Förderbedarf in der Textproduktion die Gelegenheit ihre Schreibkompetenzen zu erweitern.

Experimentieren

Kinder können unterschiedliche sachunterrichtliche Phänomene experimentell erforschen.

Außerschulische Kooperationspartner

Neben unseren eigenen Fördermaßnahmen nutzen wir auch außerschulische Ressourcen.

Wir arbeiten im Bereich Rechtschreibförderung zusammen mit dem Institut für Legasthenie und Lerntherapie (Herrn Findeisen). So bieten wir allen Eltern am Ende der Klassenstufe 2 - zusätzlich zu unserer Diagnostik - die Durchführung des Gutschrifttests an, die für uns dieses Institut auswertet. Außerdem beraten wir uns mit Psychologen und Lerninstituten. Ergotherapeuten und Logopäden arbeiten mit den Kindern zeitweise in der Schule.