Begabungsförderung – ein Grundprinzip der Montessoripädagogik

Jedes Kind nach seinen Möglichkeiten zu fördern ist uns ein zentrales Anliegen. Dies gilt für alle Kinder. Unser Unterricht wird dem gerecht, durch offene Unterrichtsformen, individuelles Lernen und gemeinsames Lernen. Der Förderung hochbegabter Kinder kommt dieser Unterricht genauso entgegen, wie die Förderung aller anderen Kinder:

1. Grundlagen schaffen - zentrale Methoden und Lernstrategien

Die Kinder lernen zentrale Methoden kennen, als notwendige Werkzeuge, um sich Wissen anzueignen. Dies geschieht im gemeinsamen Unterricht und wird über Schülerreflexionen ständig optimiert.

Dazu gehören:

  • Arbeit mit den Montessorimaterialien
  • Strategien der Informationssuche
  • Aufbereitung der Informationen mit Hilfe von Lesestrategien (s. Leselotsen z.B. Markieren wichtiger Textstellen, Zusammenfassen wichtiger Informationen...)
  • Präsentationsformen (Aufbau- und Gestaltung von Lernplakaten, Referatdurchführung)

2. Selbstgesteuertes Lernen - Potentiale der Kinder nutzen

In Anlehnung an Maria Montessori führen wir die Kinder schrittweise an verantwortungsvolles selbstgesteuertes Lernen heran. Diese Formen des Lernens stellen eine wesentliche Anforderung an das schulische Lernen Hochbegabter dar. Fähigkeiten und Lerneigenschaften hochbegabter Kinder entsprechen diesem Lernen in besonderer Weise. So kann den Kindern beschleunigtes Lernen (Akzeleration) und inhaltlich erweitertes Lernen (Enrichement) ideal ermöglicht werden, ohne von der Gruppe ausgeschlossen zu werden.

  1. Akzeleration - individuelle Lernzeit

    Inhalte können verkürzt bearbeitet werden, ein Kind, das Inhalte verinnerlicht hat, erhält weniger Übungsaufgaben. Auch können Inhalte, die bereits gefestigt sind übersprungen werden, z.B. kein Leselehrgang für ein Kind, das bereits liest. b. Enrichement - interessenorientierte Lerninhalte Förderung und Wecken von Interessen ist ein wichtiges Ziel der Begabungsförderung. Kinder wählen Aufgaben, mit denen sie sich beschäftigen wollen. Gezielte Anregungen bietet die vorbereitete Umgebung oder die Lehrerin oder das Interesse des Kindes. So können die Kinder eine Expertenarbeit oder Jahresarbeit anfertigen oder ein Unterthema eines Klassenprojektes intensiv bearbeiten. Damit können die Kinder Ziele erreichen, die weit über Grundschulkompetenzen hinausgehen (z.B. Bruchrechnen, Wurzelziehen, Dezimalrechnen...)

  2. Pflichtaufgaben

    Pflichtaufgaben werden nach den Möglichkeiten der Kinder festgelegt. So achten wir darauf, hochbegabten Kindern kognitiv anspruchsvolle Aufgaben zu bieten und nur wenige Wiederholungen (da Schnelllerner) zu fordern.

  3. Entdeckende, problemorientierte Lernprozesse

    Durch entdeckende und kreative Lernprozesse werden Kinder mit besonderen Begabungen herausgefordert. Hier braucht es Ergänzungen zu der Montessoriarbeit (z.B. Mathe 2000 - substantielle Aufgabenformate oder PIKAS Aufgaben aus Uniprojekten).

  4. Anregung zu Reflexion

    Weiterführende Fragestellungen sind uns ein zentrales Anliegen in den Reflexionsphasen des Unterrichts (oder auch Schülerkonferenzen, wie Mathekonferenzen, Forscheraufträgen oder Schreibkonferenzen). Diese Phasen fordern besonders die begabten Kinder heraus. Eben solche Fragestellungen werden aber auch in unseren Arbeitsaufträgen schriftlich formuliert und können zunehmend im Lerntagebuch dokumentiert werden.

3. Fazit:Begabungsförderung ist individuelle Förderung

Die Freiarbeit nach Maria Montessori stellt sehr günstige Lernbedingungen für Lernen von Kindern mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten dar, weil individuelles und selbstgesteuertes Lernen sich den Bedürfnissen der Kinder besonders anpasst.